Mit Gelassenheit zum Liebesglück


Valentinstag – rote Herzchen überall.

Die Blumenabteilungen in den Supermärkten quellen über und die sozialen Medien sind voller Angebote für romantische Kurzreisen, Wellness-Spa-Wochenenden oder wenigstens Candlelight-Dinner.

Wir feiern die Liebe.

Wer einen festen Partner oder eine feste Partnerin hat, kann sich glücklich schätzen, denn das gehört einfach dazu, oder?

Natürlich will niemand einsam sein. Aus Angst vor Einsamkeit investieren die Menschen unglaublich viel Geld in Dating-Portale und Partnervermittlungen – nur um dann von der Auswahl an möglichen Partnern schier erschlagen zu werden. Die Psychologie weiß: Wer zu viel Auswahl hat, wählt gar nicht mehr.

Humorvoll steht ganz oben auf der Wunschliste bei Männern und Frauen. Treu, spontan, zuverlässig. Ausgeglichen und harmoniebedürftig, denn wer will schon morgens im Bad angemuffelt werden.

 

Gutes Aussehen ist wichtig.

Dann die Hobbys: bitte den richtigen Musikgeschmack. Sport, aber kein extremer. Kochen ist sexy. Reisen, aber bitte nicht mit dem Rucksack durch den Amazonas-Regenwald. Und, je jünger, desto wichtiger: Kinderwunsch oder nicht?

Wir überlassen nichts dem Zufall. Spezialisierte Datingportale kommen dem Wunsch nach dem idealen Traumprinzen, der idealen Märchenfee entgegen. Es gibt Plattformen für Hundebesitzer, Vegetarier, für religiös orientierte Menschen, für Umweltschützer, Übergewichtige, Alleinerziehende, Senioren, Bartträger (nein, kein Witz).

Es scheint, als wäre uns nichts wichtiger, als uns die Enttäuschung zu ersparen, dass der Traummann, die Traumfrau doch leider eine Katze hat oder Steak vom Grill liebt.
Oder beides. Nicht auszudenken.

Der tiefe Wunsch nach einer Seelenpartnerschaft, einer zweiten Hälfte, wird verbaut durch eine lange Liste von Ansprüchen. Und selbst wenn wir jemanden finden, der „es“ sein könnte, bauen wir das Anspruchsdenken nicht ab.

 

Er braucht morgens seine Ruhe? Minuspunkt.

Sie will die geliebte Katze nicht abgeben? Böser Fehler. Falsche Worte, falsche Geschenke, falsche Reaktionen, und dann ist die Romanze schnell wieder zu Ende.

Natürlich gibt es Fälle, in denen es „einfach nicht passt“.

Die anfängliche Euphorie legt sich, man lernt sich kennen, es tauchen unüberwindbare Unterschiede auf. Das ist traurig, kommt aber vor.

Es gibt aber auch Beziehungen, die eine Chance gehabt hätten, wären beide Partner in der Lage gewesen, die lange Liste mit den Wunsch-Eigenschaften zur Seite zu legen und sich wirklich auf das einzulassen, was der oder die andere zu bieten hat.

 

Dazu gehört auch, sich selbst ehrlich zu fragen: Was bin ich bereit zu geben?
Was investiere ich in meine Beziehung?
Wo kann ich geduldig sein?
Wo ist vielleicht das, was der Partner, die Partnerin mir bietet, besser oder einfach nur anders als das, was auf meiner Liste steht?

Eine Beziehung ist immer ein Geben und Nehmen.

 

Auf der Bank kann ich auch nicht nur abheben. Ich muss das Konto auch regelmäßig wieder auffüllen.

 

Mit guten Freunden gelingt uns diese positive Zugewandtheit einfacher.
Wir würden niemals eine Wunschliste anfertigen, was der beste Freund, die beste Freundin zu bieten haben soll. Wir nehmen unsere Freunde so, wie sie sind, mit ihren Vorzügen und Macken. Wir wissen, wen wir nachts um zwei anrufen können und wer mal eben vorbei kommt, um die Küche zu streichen, und wir sind nicht enttäuscht, dass der eine eben handwerken, aber nicht so gut trösten kann, und es bei dem anderen umgekehrt ist.

Wir lassen unsere Freunde so sein, wie sie sind. Mehr noch – wir wären nicht mit ihnen befreundet, wenn sie anders wären.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, warum das so ist. Ich glaube, mit Freunden haben wir es einfacher, weil die Freundschaft in unserer Gesellschaft nicht so extrem hoch bewertet ist wie die romantische Liebe. Es gibt keine Feiertage für den besten Freund oder die beste Freundin. Es gibt keine Hollywoodfilme, in denen Frauen auf der Suche nach der idealen besten Freundin sind. Keine Romane, in denen beschrieben wird, wie zwei beste Freunde sich finden.

 

Freundschaft braucht Zeit.
Freundschaft lässt sich nicht in einen Feiertag pressen.
Freundschaft braucht Raum, um sich zu entwickeln – wie echte Liebe übrigens auch.
Freundschaft gedeiht im Schatten der übermächtigen Idealvorstellung von der romantischen Liebe.

 

So manche Freundschaft, die in Kindertagen begann, hält länger als eine Ehe. Freunde sind aus unserem Leben kaum wegzudenken, und trotzdem wertschätzen wir sie manchmal nicht genug.

 

Wie lange kennst du deinen besten Freund, deine beste Freundin?
Wann hast du ihm oder ihr zuletzt gesagt, wie wichtig er oder sie dir ist?
Für jemanden wichtig zu sein, ist ein Grundbedürfnis des Menschen.
Wir sind nicht perfekt, und wir wollen mit all unseren Vorzügen und Fehlern angenommen werden. Perfektionismus hat sowieso noch nie jemanden glücklich gemacht.

Meine Anregung an dich: Sage deinem besten Freund, deiner besten Freundin, wie wichtig er oder sie dir ist. Wie glücklich du bist, dass er oder sie dich schon so lange begleitet. Wie viel leichter das Leben für dich ist, weil du ihn oder sie an deiner Seite weißt. Dazu brauchst du nicht einmal einen Feiertag.

 

Und eine zweite Anregung: Versuche, deinen Partner mit genau der gleichen liebevollen Gelassenheit zu betrachten, wie du deinen besten Freund betrachtest.

Vergiss deine Wunschliste.

Eine Beziehung ist dann langfristig glücklich, wenn beide das richtige Maß an Selbstentfaltung, Rücksicht und Gelassenheit leben.

 

Der 14. Februar gilt als Tag der Liebenden. An diesem Tag schenkt man einem lieben Menschen etwas: Blumen, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Anerkennung.

Du bist mir wichtig und ich möchte dir das zeigen. Deshalb habe ich für dich eine Kleinigkeit vorbereitet.

 

Danke, dass es dich gibt und dass du regelmäßig meinen Podcast hörst!

Ich biete dir bis Mittwoch, den 28.02.2018, 20 % Rabatt auf jede gebuchte Sitzung bei mir an.

 

Gönne dir oder Deinen Lieben diese wunderbare Chance.

Ich freue mich auf dich und wünsche dir bis dahin ganz viele wunderbare Stunden mit lieben Menschen an deiner Seite.

 

Herzliche Grüße,

Erika Thieme

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